AD(H)S Therapie

Die Therapie der ADHS umfasst verschiedene Bausteine, die je nach individueller Symptomatik, aber auch Bedürfnissen und Wünschen des Patienten zusammengestellt werden. Die ausführliche Aufklärung über das Krankheitsbild und die Beratung des Patienten (Psychoedukation) bildet die erste Behandlungsmaßnahme. Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen und das Einbeziehen von Bezugspersonen sind oftmals hilfreich, um eine psychische Entlastung bei den Betroffenen und ihrer Familie zu erreichen. Wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und in mehreren Lebensbereichen Beeinträchtigungen bestehen, sollte eine medikamentöse Behandlung unbedingt in Erwägung gezogen werden. Die spezifisch für die Therapie der ADHS eingesetzten Medikamente beeinflussen und harmonisieren den Stoffwechsel der Botenstoffe im Gehirn, führen zu einem Ausgleich der bei ADHS bekannten Neurotransmitterdysbalance und bewirken so in den meisten Fällen eine ganz erhebliche Verbesserung der Symptomatik. Coaching oder eine störungsspezifische Verhaltenstherapie können helfen, mit den krankheitsbedingten Einschränkungen und Konflikten besser umgehen zu können oder einzelne Symptome abzumildern. Ab einem gewissen Ausprägungsgrad zeigt sich die Kernsymptomatik der ADHS jedoch recht resistent gegen solche psychotherapeutischen Hilfen. Eine Psychotherapie im engeren Sinne ist vor allem dann angezeigt, wenn zusätzliche Probleme, etwa eine Depression, Ängste oder eine gravierende Störung des Selbstwertgefühls vorliegen.

Die Therapie der AD(H)S erfolgt nach persönlicher  Abstimmung und richtet sich nach dem Schweregrad der Symptomatik, eventuell vorhandenen zusätzlichen psychischen Problemen und natürlich auch nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Wenn eine medikamentöse Behandlung eingeleitet wird, so wird die Einstellung engmaschig in der Online-Sprechstunde begleitet und nach  etwa 4 Wochen findet ein erster ein Kontrolltermin statt, der ein psychiatrisches Untersuchungs- /Therapiegespräch beinhaltet und in manchen Fällen auch die Kontrolle eines oder mehrerer Aufmerksamkeitstest. Dieser Kontrolltermin dient dazu, den Therapieerfolg zu beurteilen und die weitere Behandlung zu planen. Falls eine medikamentöse Behandlung fortgesetzt wird, kann dies danach auch in der kassenärztlichen Sprechstunde erfolgen.

Viele Menschen mit AD(H)S haben auch bei erfolgreicher medikamentöser Behandlung das Bedürfnis nach weiterführenden Hilfestellungen. Vor allem ist es wichtig, dass den Betroffenen bessere Fähigkeiten vermittelt werden, mit den AD(H)S-Symptomen oder deren Auswirkungen im Alltag umzugehen. Coaching bei ADHS im Erwachsenenalter zielt auf die Optimierung des Selbstmanagement und der Fähigkeit zur Selbststrukturierung ab und ist ein wichtiger Baustein einer ADHS-Therapie.